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Mädchen heute

Unter dem Titel „Forschungsgegenstand Mädchen“ wurden namhafte
Sozialwissenschaftlerinnen befragt.

Mädchen wird von ihren Eltern von klein auf beigebracht, auf Hygiene und Äußeres zu achten. Dadurch werden die Mädchen eingeschränkt, "wildes Spielen" gilt als unfein.
Ab zehn Jahren sind Mädchen mehr krank als die Burschen, lediglich bei Unfallverletzungen liegen die Burschen in allen Altersgruppen vorne. Diese "Gesundheitsentwicklung" geht in der Pubertät weiter, der unerklärliche Beschwerdedruck ist bei Mädchen höher.
Burschen fühlen sich gesund, auch als Männer - meist bis zum ersten Infarkt.

Mit der ersten Menstruation, die ein Großteil der Mädchen als schmerzhaft empfindet, beginnen Schmerzmanagement und Medikamenteneinnahme. Mädchen lernen verstärkt auf ihren Körper zu achten, schlucken deutlich mehr Pillen als die Burschen. Fast 90 Prozent der Mädchen sind mit ihrem Körper unzufrieden - die Tendenz ist steigend. Ein bis zwei Prozent leiden an Magersucht, drei bis vier Prozent an Bulimie (Ess-Brechsucht).

Da sie im Vergleich zu den Burschen "Frühentwicklerinnen" sind, fangen Mädchen mittlerweile durchschnittlich früher an zu rauchen. Erst ab 16 Jahren rauchen mehr Burschen als Mädchen. (Österreichs Jugendliche rauchen europaweit am meisten.)
Auch beim Trinken "holen" die Mädchen "auf" - Alkopops sei "Dank". Nur beim regelmäßigen Konsum von Alkohol in der Gruppe der 12- bis 16-Jährigen liegen sie mit 0,7 Prozent gegenüber 2,0 Prozent bei den Burschen noch deutlich hinten.


Wenn Mädchen gut in der Schule sind, wird das auf Fleiß zurückgeführt, bei Burschen auf Begabung. Schulische Leistungen sind sehr stark gekoppelt mit der Selbst- und Fremdeinschätzung, insbesondere von Lehrern und Eltern: Was wird als "Mädchen-", was als "Burschenfach" gesehen? Dennoch findet ein vollkommen getrenntgeschlechtlicher Unterricht kaum mehr Befürworter. Dieser wird nicht zuletzt von der großen Mehrheit der Mädchen und Burschen selbst abgelehnt. Langweilig! Erfolg versprechend scheint die "teilweise" Trennung der Geschlechter für bestimmte Fächer bzw. Klassenstufen. Der Physikunterricht etwa knüpft oft an die Erlebniswelt der Burschen an und benachteiligt dadurch die Mädchen. Entscheidend wäre also ein geschlechtssensibler Unterricht.

Mädchen wachsen heute in dem Gefühl auf, dass sie gleichberechtigt sind und ihnen später alle Türen offen stehen - oder zumindest genauso viele wie den Burschen. Die Frauenbewegung erscheint ihnen oft antiquiert, denn deren Ziele sind ja vermeintlich schon erreicht. Das böse Erwachen kommt erst nach dem Schulabschluss, bei Studentinnen oft erst nach dem Examen: dass ihre Berufs- und Aufstiegschancen schlechter sind und Frauen nach wie vor für gleiche Arbeit weniger Geld bekommen als männliche Kollegen.

Die Wertehaltungen haben sich bei Mädchen stärker verändert. Es ist Mädchen heutzutage wichtig, auch beruflich erfolgreich zu sein. Der Familie wird zwar nach wie vor ein großer Stellenwert zugemessen, die Gründung der eigenen aber verschoben. Die Burschen, die immer schon auf Leistung und Selbstverwirklichung eingeschworen waren, sehen diese Angleichung mit Bedauern. Die Konkurrenz wird größer, die Mädchen lassen sich weniger gefallen. Das vielfach propagierte neue Männerbild - fürsorglich, weder aggressiv noch dominant - ist noch nicht bei den Burschen angekommen.

Quelle: Der Standard

Forschungsgegenstand Mädchen – die ganze Artikelserie

  • Perfekte Prototypen überall
  • Henne oder Ei?
  • Mirjam Weichselbraun: "Schaut, was ich alles weiß"
  • Und du bist pott- hässlich


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Für diesen Artikel wurden vom Standard die Soziologin Natalia Wächter vom Österreichischen Institut für Jugendforschung in Wien, Andrea Lehner-Hartmann vom Institut für Religionspädagogik der Universität Wien, Roswitha Roth vom Institut für Psychologie der Universität Graz und die Sozialwissenschaftlerin Anita Heiliger vom Deutschen Institut für Jugendforschung in München befragt.

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