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PraktikantInnen-Verträge: Tücken und Lücken im ersten Arbeitsverhältnis für Jugendliche

Viele Jugendliche bereiten sich jetzt auf ihre ersten Schritte in der Arbeitswelt vor: SchülerInnen der berufsbildenden Schulen und FachhochschülerInnen müssen in den Sommerferien Pflichtpraktika absolvieren, andere wollen mit einem Ferialjob etwas dazu verdienen.

"Uns fällt auf, dass sich immer mehr Unternehmer mit PraktikantInnen kostenlose Arbeitskräfte in den Betrieb holen wollen. Die Jugendlichen sollen wie normale DienstnehmerInnen arbeiten, erhalten aber kein Entgelt. Das ist Ausbeutung und entspricht nicht den gesetzlichen Bestimmungen. Bei der Vertragsgestaltung „verwechseln“ solche Unternehmer bei der Bezahlung bewusst ein Volontariat mit einem Praktikum." ärgert sich Robert Hergovich
von der Arbeiterkammer Burgenland.

Die AK Burgenland empfiehlt Jugendlichen und Eltern, die Verträge für Pflichtpraktika von den AK-ExpertInnen überprüfen zu lassen. Vor allem wenn Praktika im Ausland absolviert werden, empfiehlt sich eine genaue Durchsicht der Bestimmungen. So sind in der Schweiz und den neuen EU-Ländern Arbeitsbewilligungen notwendig. Die dortigen vertraglichen Regelungen entsprechen oft nicht den einschlägigen Bestimmungen in Österreich.

Zwei Beispiele aus der Praxis:

  • Eine minderjährige Praktikantin aus dem Nordburgenland sollte auf Weisung ihres Chefs in der Nachtschicht arbeiten. Die AK Burgenland intervenierte, der Unternehmer zog seine Weisung zurück.
  • Die AK Burgenland prüfte den Praktikumsvertrag einer Burgenländerin mit einem Schweizer Unternehmen. Es stellte sich heraus, dass die Firma das Entgelt falsch berechnet und wichtige Versicherungen nicht vorgesehen hatte.

Die wichtigsten Unterschiede bei „Ferialarbeiten“ von Jugendlichen im Überblick:

  • Volontariat: es entsteht kein Arbeitsverhältnis. Der Volontär ist an keine Arbeitszeit gebunden, der Betriebsinhaber hat kein Weisungsrecht. Es entsteht aber auch kein Anspruch auf Entgelt, nur eine Taschengeldregelung ist möglich.
  • Pflichtpraktikum: Die Lehrpläne der berufsbildenden Schulen und Fachhochschulen schreiben Pflichtpraktika vor. Der Arbeitgeber muss eine Bestätigung für die Schule ausstellen. Das Entgelt richtet sich nach den Kollektivverträgen oder nach einer Vereinbarung zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer. Es entsteht ein Arbeitsverhältnis.
  • Ferialjob: Hier gelten die „normalen“ arbeitrechtlichen Bedingungen bei Bezahlung, Arbeitszeit und Kündigungsschutz. Richtwert bei der Bezahlung ist zumindest der Kollektivvertragslohn, bei Fehlen einer Regelung eine ortsübliche Entlohnung. Faustregel: 800 bis 1000 Euro brutto sollte ein Ferialjob auf jeden Fall bringen.

Die AK Burgenland hilft und berät bei allen Fragen rund um Ferialjobs und Praktika kostenlos und kompetent. Die Broschüre „Pflichtpraktikum“ sowie Musterverträge liegen in allen AK-Bezirksstellen auf und können unter 02682/740 bestellt werden.

Rückfragen:
AK Burgenland, Robert Hergovich, 02682/740-52
e-Mail: robert_hergovich@akbgld.at (MonA-Mail)

Download:
bgld.arbeiterkammer.at

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