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Scham am ganzen Körper

Mädchen schämen sich für den ganzen Körper, Jungen eher für den Penis - Studie zum Thema Jugend und Scham zeigt große geschlechtsspezifische Unterschiede

Mädchen haben ein größeres und umfassenderes Schamgefühl in Bezug auf ihren Körper als Jungen im gleichen Alter.
Dies geht aus einer aktuellen Studie hervor, die ForscherInnen an der Universität Klagenfurt kürzlich präsentiert haben.
Dabei wurden 523 BerufsschülerInnen aus Kärnten zum eigenen Körpergefühl, zu Sexualität und zu Scham befragt.

Während sich Jungen vor allem für ihre Geschlechtsteile schämen (etwa wegen der Penisgröße, Dicke, Aussehen), bezieht sich das Schamgefühl bei Mädchen weniger auf die primären Geschlechtsorgane, als auf den gesamten Körper.
Claudia Odreitz und ihr Kollege Mario Obersteiner befragten die Jugendlichen anhand von Fragebögen zu ihrem Schamgefühl und der Beurteilung ihres eigenen Körpers.

Zentrales Ergebnis:

Annähernd 70 Prozent der Schülerinnen schätzen ihre körperbezogene Scham als "sehr stark" bis "ziemlich stark" ein.
Bei männlichen Jugendlichen sind es nur etwa 30 Prozent, die so über ihren eigenen Körper empfinden.
Die Mädchen reagieren extrem stark auf Nacktheit, die nicht nur auf das weibliche Geschlechtsorgan bezogen ist, währenddessen die Burschen auf die Genitalscham mit höheren Werten reagieren.

Gleichzeitig haben die Jugendlichen einen sehr selbstkritischen Umgang mit ihrem Körper. Sie vergleichen sich ständig mit dem in unserer Gesellschaft als Idealbild geltenden Körper, der aber aufgrund seiner Künstlichkeit nicht zu erreichen ist. Das Gefühl der Minderwertigkeit und der daraus resultierende geringere Selbstwert ist bei Mädchen ausgeprägter.
Umgekehrt lässt sich feststellen, dass ein schlechteres Körperempfinden auch zu mehr Schamgefühlen führt.

Bezüglich Geschlechtsidentität und Sexualverhalten zeigte sich, dass sich fast alle Jugendlichen im Körper, den sie haben, beheimatet fühlen.
Fünf Prozent der Jungen und zehn Prozent der Mädchen gaben an, sich vom eigenen Geschlecht angezogen zu fühlen.

Beide Geschlechter hielten den richtigen Zeitpunkt für den ersten Geschlechtsverkehr zwischen 14 und 16 Jahren für gekommen.
Etwas mehr als zwei Prozent der männlichen Jugendlichen machten in ihrer Kindheit Missbrauchserfahrungen, hingegen fast neun Prozent der Mädchen. Weiters sprachen 12 Prozent der Jungen und 14 Prozent der Mädchen von "unangenehmen Berührungen", denen sie in ihrer Kindheit ausgesetzt waren.

Interessante Ergebnisse zeigten sich auch in Bezug auf die Körperakzeptanz des/ der SexualpartnerIn. Während sich fast alle Jugendlichen (Jungen wie Mädchen) vor ihren eigenen Körperflüssigkeiten ekeln, werden diejenigen des/der PartnerIn nicht als unangenehm wahrgenommen. Die Frage, ob sie sich von ihrem/ihrer PartnerIn körperlich akzeptiert fühlen, bejahten sowohl Jungen als auch Mädchen ausdrücklich.


Während beide Geschlechter den Körper ihres/ihrer PartnerIn "sehr mögen", zeigte sich bei der Zufriedenheit mit dem eigenen Erscheinungsbild wieder ein großer geschlechtsspezifischer Unterschied. Jungen äußerten sich wesentlich zufriedener mit dem eigenen Körper als Mädchen.

Quelle: www.diestandard.at

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