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Schutz und Hilfe gegen Zwangsehen

Eröffnung der „Notwohnung für von Zwangsheirat bedrohte oder betroffene Mädchen und junge Frauen aus ganz Österreich“.

Erste Notwohnung österreichweit

Heute eröffnet der Verein Orient Express die österreichweit
erste und einzige "Notwohnung" speziell für von Zwangsheirat bedrohte
oder betroffene Mädchen und junge Frauen in Österreich. Damit werden den Mädchen und Frauen aus ganz Österreich eine spezialisierte sowie geschützte Krisenunterbringung und intensive Betreuung, Beratung
und Begleitung angeboten!

"Unsere Klientinnen brauchen eine spezielle Art von Betreuung, und zwar Betreuung rund um die Uhr", so die Mitarbeiterin des Vereins Orient Express. Dieser Verein berät anonym und kostenlos in Wien unter anderem türkisch- und arabischsprechende Frauen.

Betroffene stammen aus der Türkei, Pakistan und Afghanistan

Die Mädchen und jungen Frauen,die von Zwangsehen betroffen sind, kommen laut einer Statistik aus dem Jahr 2012 zu etwa einem Drittel aus Familien mit türkischem Hintergrund. Am zweit- und dritthäufigsten sind Mädchen und Frauen mit pakistanischen und afghanischen Wurzeln betroffen, aber etwa auch Koptinnen aus Ägypten sowie katholische Roma-Frauen.

Am heutigen Tag soll die Wohnung für acht bis zehn Betroffene bezogen werden. Wo in Wien sie sich befindet, wird vor der Öffentlichkeit strikt geheimgehalten: Frauen und Mädchen, die sich den oft bereits im Kindesalter vereinbarten Ehen verweigern, tragen ein sehr hohes Verfolgungsrisiko.

"Keine Tradition - Gewalt"

Laut der Expertin Weiland ist Zwangsehe keine kulturelle oder religiöse Tradition, sondern Gewalt. Nur ein Zehntel jener, die es schaffen, sich aus den vielschichtigen Abhängigkeiten zu lösen, könnten je wieder zu ihren Verwandten zurück.

Finanzierung

Die dafür notwendigen 360.000 Euro wurden zur Hälfte vom Frauenministerium und zur Hälfte vom Innenministerium aufgebracht. Man trage auch die Verantwortung für das Projekt zusammen, betonten Frauenmininisterin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Gefahr im Sommerurlaub

Die Dunkelziffer an Zwangsheiraten sei laut Innenmisterin Mikl-Leitner sehr hoch.
ACHTUNG: Zwangsheiraten fänden oft im Sommerurlaub statt. Frauen wiederum, die als unfreiwillige Ehegattinnen nach Österreich gebracht werden, säßen meist, von der Außenwelt isoliert, in Wohnungen "ohne Deutsch und die österreichische Rechtslage zu kennen", sowie ohne eigenständige Aufenthaltsbewilligung.

(Quelle: diestandard.at)

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