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Ist die Erziehung an unseren Schulen überholt?

Erst kürzlich war im ORF der Film von Erwin Wagenhofer, „Alphabet“, zu sehen. Bereits der kurze Trailer (etwas über 2 Minuten) gibt einen guten Vorgeschmack, worum es bei diesem höchstinteressanten Film geht. Ich lade euch ein an unserer aktuellen Umfrage, die die Schule zum Thema hat, teilzunehmen.
Interessante Aspekte zum Thema gibt auch Prof. Dr. Gerald Hüther, er zählt zu den bekanntesten HirnforscherInnen Deutschlands und trägt maßgeblich zur Verbreitung und Umsetzung von Erkenntnissen aus der modernen Hirnforschung bei. Dabei versteht er sich als „Brückenbauer” zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlicher bzw. individueller Lebenspraxis. Ziel seiner Aktivitäten ist die Schaffung günstigerer Voraussetzungen für die Entfaltung menschlicher Potenziale, speziell im Bereich Erziehung und Bildung sowie auf der Ebene der politischen und wirtschaftlichen Führung.
Unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem wird durch krisenhafte Entwicklungen immer mehr in Frage gestellt und eine Antwort ist nicht in Sicht. Die politischen und wirtschaftlich Mächtigen wurden zum Großteil an den besten Schulen und Universitäten ausgebildet. Jedoch ist ihre Ratlosigkeit deutlich zu spüren und an die Stelle einer langfristigen Perspektive ist kurzatmiger Aktionismus getreten.

Mit aufrüttelnder Deutlichkeit wird nun sichtbar, dass uns die Grenzen unseres Denkens von Kindheit an zu eng gesteckt wurden. Egal, welche Schule wir besucht haben, bewegen wir uns in Denkmustern, die aus der Frühzeit der Industrialisierung stammen, als es darum ging, die Menschen zu gut funktionierenden Rädchen einer arbeitsteiligen Produktionsgesellschaft auszubilden. Wollen wir das? Ist das zeitgemäß? Die Lehrinhalte haben sich seither stark verändert und die Schule ist auch kein Ort des autoritären Drills mehr. Doch die Fixierung auf normierte Standards beherrscht den Unterricht mehr denn je.


Denn neuerdings weht an den Schulen ein rauer Wind. „Leistung“ als Zeichen der Wettbewerbsgesellschaft ist weltweit zum unerbittlichen Maß aller Dinge geworden. Doch die einseitige Ausrichtung auf technokratische Lernziele und auf die fehlerfreie Wiedergabe isolierter Wissensinhalte lässt genau jene spielerische Kreativität verkümmern, die uns helfen könnte, ohne Angst vor dem Scheitern nach neuen Lösungen zu suchen.
Erwin Wagenhofer begreift das Thema „Bildung“ sehr viel umfassender und radikaler, als dies üblicherweise geschieht.
Fast alle Bildungsdiskussionen sind darauf verkürzt, in einem von Konkurrenzdenken geprägten Umfeld jene Schulform zu propagieren, in der die Schüler die beste Performance erbringen. Wagenhofer hingegen begibt sich auf die Suche nach den Denkstrukturen, die dahinter stecken. Was wir lernen, prägt unseren Wissensvorrat, aber wie wir lernen, prägt unser Denken.
Nach WE FEED THE WORLD und LETS MAKE MONEY ist ALPHABET der abschließende Teil einer Trilogie, der die Themen der beiden vorherigen Filme nochmals aufgreift und wie in einem Brennglas bündelt.
ALPHABET ist Erwin Wagenhofers bisher radikalster Film.
Webtipp: www.alphabet-film.com/

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