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Was will geschlechtssensible Berufsorientierung und ...

... warum wirkt sich dies auch später finanziell sehr stark aus?

Was will geschlechtssensible Berufsorientierung?

Geschlechtssensible Berufsorientierung ermutigt Mädchen und Burschen, Tätigkeiten und Berufe aus „geschlechtsuntypischen“ Arbeitsfeldern auszuprobieren und Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Grundsätzliches Interesse vorausgesetzt, sollen Mädchen und Burschen unterstützt werden, sich Kompetenzen anzueignen, welche aufgrund ihrer männlichen oder weiblichen Sozialisation vernachlässigt wurden.

Damit leistet geschlechtssensible Berufsorientierung einen gesellschafts-politischen Beitrag zu einer gleichberechtigten Arbeitswelt und unterstützt individuelle Entwicklung abseits von Rollenklischees.
Den Kindern und Jugendlichen soll dabei signalisiert werden, dass es viele Wege gibt, sich für einen Beruf zu entscheiden.

Wichtig ist, Kinder und Jugendliche dabei zu begleiten, die eigenen Fähigkeiten auszuloten und möglichst viele Berufe anzudenken und zu überprüfen. Die LehrerInnen, Eltern und sonstige Vorbilder sollten Mut, Kreativität, Neugierde und Selbstvertrauen bei Kindern und Jugendlichen fördern, um den eigenen Weg zu finden - denn Berufsorientierung beginnt im Kopf!

Berufswahlprozesse verlaufen nicht linear. Ideen werden aufgegriffen, wieder verworfen, es gibt aktive Phasen, dann wieder Phasen, in denen der/die Jugendliche sich zurückzieht und nach außen hin inaktiv wirkt.
In dieser Phase des Umbruchs wählen Mädchen und Buben häufig das Bekannte, da dies Sicherheit gibt. Tatsache ist, dass es nach wie vor bei Mädchen und Burschen getrennte „Hitlisten bei Lehrberufen“ gibt. Fast die Hälfte (48%) aller weiblichen Lehrlinge sind in den drei Lehrberufen: Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau und Frisörin/Perückenmacherin anzutreffen.
Auch Burschen haben ihre Hitliste (Metalltechnik, Elektrotechnik und KFZ-Technik), allerdings ist die Konzentration auf diese drei Branchen (37%) deutlich geringer, ihr Berufswahlspektrum ist größer. (Quelle: ÖWK 2012)

Oft orientieren sich Jugendliche mehr an der Geschlechterfrage „Ist das ein guter Beruf für Frauen/Männer?“ als an der Überprüfung ihrer eigenen Fähigkeiten und Interessen. In unserer Gesellschaft gibt es bis heute eine Differenzierung nach geschlechterbezogenen Berufen, welche sich in unterschiedlicher Bezahlung (Gender Pay Gap)* und in der Wertschätzung sogenannte „Männer- bzw. Frauenberufe“ ausdrückt. Dies hat zur Folge, dass sich der Großteil der Mädchen für einen schlechter bezahlten Frauenberuf mit wenig Aufstiegschancen entscheidet und wenige Burschen in Branchen wie beispielsweise dem Sozialbereich zu finden sind – obwohl sie hier dringend benötigt werden würden.

*Beachtet bitte, dass der pay gap (und zwar ist dies Lohnlücke zwischen Männern und Frauen) in Österreich so groß ist, dass Vollzeit beschäftigte Frauen in Österreich durchschnittlich 25,5% weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Dh sie arbeiten ab Oktober GRATIS!!!!
Überlegt euch bitte eure Berufswahl gut ... gerne sind wir bei eurer Entscheidung behilflich und stehen euch mit Rat zur Seite!!!

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