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Technisches Museum würdigt Pionierinnen

Frauen haben in der Geschichte mit Pionierleistungen zum technischen Fortschritt beigetragen. Ein Buch des Technischen Museums in Wien (TMW) widmet sich den Frauen, die wichtige Beiträge in der Technikgeschichte lieferten.

Technik galt und gilt teilweise noch bis heute als Männerdomäne, wichtige Beiträge von Frauen blieben in der Technikgeschichte lange Zeit unsichtbar und wurden kaum anerkannt. „Wäre Ada ein Mann, hätte sie das Potential für einen mathematischen Erfinder, vielleicht sogar einen, der es zu hohen Auszeichnungen bringen könnte“, hatte etwa der englische Mathematiker Augustus de Morgan für Ada Lovelace (1815 bis 1852) nur „vergiftetes Lob“ übrig. Sie sollte später als „die erste Programmiererin“ bekannt werden.

Elf historische Role Models
Die Leistungen der Tochter des exzentrischen Poeten Lord Byron, die die Wissensvermittlerin des TMW, Beatrix Hain, in dem Buch als eines von elf historischen Role Models vorstellt, sind umso bemerkenswerter, als im viktorianischen England nur männliche Adelige studieren durften und Lovelace ihr Wissen nur über das häusliche Umfeld, in Salons und auf Soireen erwerben konnte.

Eine der Förderinnen der jungen Ada Lovelace war die damals für eine Frau außergewöhnlich bekannte Astronomin Caroline Herschel (1750 bis 1848). Diese hatte mit ihrem Bruder Wilhelm Herschel einen kongenialen Partner, der den Bau von Riesenteleskopen vorantrieb, während Caroline sich der Himmelsbeobachtung widmete und die Ergebnisse beider akribisch dokumentierte.

Zwei Atomphysikerinnen - zwei Schicksale
Bereits zu Lebzeiten Anerkennung gab es auch für die Atomphysikerin Marie Curie (1867 bis 1934), die als erster Mensch mit zwei Nobelpreisen geehrt wurde. Auch Curie konnte als Frau in ihrer Heimat Polen zunächst nur an geheimen „Fliegenden Universitäten“ Hochschulbildung erhalten, erst 1891 konnte sie an der Sorbonne ein offizielles Studium beginnen. Bei ihrer späteren Forschung wurde Marie von ihrem Mann Pierre unterstützt, der dafür auch seine eigene wissenschaftliche Arbeit hintanstellte.

Atomphysikerin Lise Meitner (1878 bis 1968) gilt laut Hain wiederum als klassisches Beispiel für den sogenannten „Matilda-Effekt“: Ihre Leistung sei systematisch verdrängt, geleugnet und stattdessen männlichen Kollegen zugerechnet worden. In Meitners Fall profitierte Otto Hahn, mit dem gemeinsam Meitner in 30 Jahren Forschungsarbeit der Nachweis der Transurane gelang. In der Zusammenarbeit war sie als Physikerin für das Analytische, er als Chemiker für das Experimentelle zuständig, so schreibt Hain: „Sie, die ‚Mutter der Atombombe‘, und er, der Nobelpreisträger für Chemie!“

„Patente Frauen“: Führungen seit 2004
Neben den elf historischen Pionierinnen - darunter etwa auch noch die ersten österreichischen Pilotinnen Lilly Helene Steinschneider-Wenckheim (1891 bis 1975) und Bozena Lagler (1888 bis 1941) - zeigt der Band auch „Karriereblitzlichter“ von Frauen wie der Pilotin Gabriele Metz, die aktuell in (angeblichen) Männerdomänen erfolgreich sind.

Dazu kommen ein Beitrag über Video und Geschlecht sowie über Frauenstimmen aus dem Archiv der Österreichischen Mediathek. Das TMW widmet solchen „Patenten Frauen“ schon seit 2004 eigene Führungen.

Buchhinweis
„Wäre Ada ein Mann ... - Frauen in Technik, Naturwissenschaften und Medien“, Technisches Museum mit Österreichischer Mediathek (Hg.), Edition TMW, 151 Seiten, 22,80 Euro.

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