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Mobbing

Der Begriff Mobbing wird noch nicht allzu lange verwendet, das Verhalten, welches dahinter steckt gibt es jedoch leider bereits sehr lange. Mobbing kann schon sehr früh auftreten, d.h. bereits im Kindergarten kann man von Mobbing sprechen, wenn bspw. ein Kind von den anderen ständig gehänselt und ausgegrenzt wird. In diesem Artikel soll jedoch besonders auf Mobbing bei Kindern und Jugendlichen eingegangen werden.

Es gibt drei verschiedene Arten von Mobbing, die nicht selten gemeinsam auftreten:

  • „Verbales Mobbing“ beinhaltet z.B. jemand anderen zu spotten, hänseln, drohen, beschimpfen usw.
  • Unter „Physischen Mobbing“ versteht man Schubsen, Schlagen, Treten, Spucken, Beschädigung von Besitz etc. Diese Form umfasst auch Taten, die ab einer bestimmten Altersgrenze strafbar wären.
  • Beim „Nonverbalen Mobbing“ kommen vor allem das Fratzenschneiden und die Ausgrenzung bzw. der Ausschluss des Mobbingopfers aus der Gruppe vor. (Wöbken-Ekert, 1998)

Um von einem „Mobbing“-Opfer sprechen zu können müssen bestimmte Anzeichen über einen längeren Zeitraum (mindestens über mehrere Monate) vorhanden sein.

  • Zu den körperlichen Hinweisen zählen bspw.: Wunden und Blutergüsse, beschädigte Kleidung und Besitz, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Alpträume, Schlaflosigkeit, Essstörungen, Bettnässen,...
  • Die Anzeichen im Sozialverhalten zeigen sich in einer mangelnden Freude über den Besuch von FreundInnen, Isolation, Interesselosigkeit an Hobbys, Schulunlust bis zu Schulangst u. v. m.
  • Zu den psychischen Hinweisen zählen u. a. erhöhte Ängstlichkeit, Wutausbrüche, destruktives Verhalten, Apathie, Depression, erhöhte Kritikempfindlichkeit. (Alexander, 1999)

Die Mobbing-Opfer sind:

  • meist jünger als die TäterInnen,
  • oft körperlich schwächer,
  • ängstlich,
  • zurückhaltend,
  • wehren sich nicht,
  • haben ein geringes Selbstbewusstsein,
  • leiden oft unter Depressionen und Angstgefühlen,
  • führen ein Außenseiter-Dasein,
  • unterscheiden sich aufgrund kultureller, sozialer oder sonstiger
    Bedingungen vom Durchschnitt (z.B. afrikanisches Mädchen welches in Österreich in die 4. Klasse Volksschule geht und sich aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion bzw. Kultur von ihren KlassenkollegInnen unterscheidet),
  • einsam,
  • kommen auch häufig aus sozial stark belasteten Elternhäusern (arbeitslose, kranke, geschiedene, verwitwete Eltern),
  • wachsen sehr oft in Familien auf, die streng erziehen und/oder ihre Kinde stark behüten.

(Wöbken-Ekert, 1998)


Die TäterInnen wiederum zeichnen sich häufig durch folgende Merkmale aus:

  • Selbstbewusstsein,
  • Haben eine Vorreiterrolle für die MitläuferInnen,
  • Aggressivität, unsensibles Auftreten,
  • Machtstreben,
  • Körperlich stärker als der Durchschnitt,
  • Kein Mitleid gegenüber anderen.

  • Die meisten der TäterInnen sind am aktivsten zwischen dem 13. und 15. Lebensjahr.

(Wöbken-Ekert, 1998)


Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen:

Bei der Anwendung körperlicher Gewalt kamen Unterschiede zwischen den Jungen und Mädchen zum Vorschein: Jungen verüben bspw. häufiger Gewalttaten, die körperliche Schmerzen oder Schäden verursachen. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden jedoch geringer, wenn es darum geht, jemanden mit Worten oder nur indirekt zu verletzen und ihn somit sozial oder psychisch zu schädigen. Die Anlässe für die eingesetzte Gewalt sind bei Jungen als auch bei Mädchen banal oder existieren nur in der Phantasie der AngreiferInnen. Oft spielt auch Eifersucht eine große Rolle. (Wöbken-Ekert,1998)


Tatort „Pausenhof“ und „Schulweg“:

Mobbing und Gewalt an Kindern und Jugendlichen findet am häufigsten während der Pause oder auf dem Schulweg statt. Die Zeit in der Pause ist für die TäterInnen die beste Gelegenheit, Aggression herauszulassen, da die SchülerInnen weniger beaufsichtigt sind. Auf dem Schulweg, an Haltestellen und auf Ausflügen ereignen sich ebenfalls viele Fälle von Gewaltübergriffen (Wöbken-Ekert, 1998).


Tipps zum Umgang mit Mobbing:

Angst ist ein schreckliches Problem für jedes Kind bzw. jeden Jugendlichen der gemobbt wird (Alexander, 1999).

  • Die Opfer sollten sich in jedem Fall an eine Person wenden, zu denen sie Vertrauen haben und von welcher sie Verständnis, Hilfe und Beistand erwarten können.
  • Da Mobbing sehr oft in der Schule innerhalb einer Klasse passiert, sollten vor allem die KlassenkollegInnen des Opfers reagieren, indem sie z.B. einer erwachsenen Person wie dem Klassenvorstand von den Mobbing- bzw. Gewaltvorfällen erzählen.
  • Die Eltern von gemobbten Kindern und Jugendlichen müssen die Warnsignale (erhöhte Angst, Gefühl krank zu sein, beschädigte Schulsachen über einen längeren Zeitraum hinweg) ihrer Kinder ernst nehmen und die Schule darüber informieren. Sie sollten ihren Kindern immer das Gefühl vermitteln für sie da zu sein – viele Kinder wenden sich nicht an ihre Eltern, da sie glauben, dass diese ihre Ängste und Probleme nicht verstehen bzw. keine Zeit für sie haben (Mettauer B. & Szaday Ch., 1999).
  • Eine wichtige Funktion der Eltern ist das Selbstbewusstsein ihrer Kinder zu stärken und auf ihre Angst einzugehen. Den Kindern soll dabei geholfen werden, eine positivere Einstellung zu entwickeln um ihre Angst zu überwinden. Durch die Reduktion der Angst wird dem Kind geholfen, kein „Mobbingziel“ bzw. „-objekt“ zu werden, da aggressive Menschen besonders von ängstlichen Menschen angezogen werden. Durch die Angstreduktion wird das Kind ebenso fähig sein mit seiner Angst wirksam umzugehen (Alexander, 1999).
  • Für die Schule ist es eine wichtige Aufgabe „Anti-Mobbing-Strategien“ zu entwickeln. Dies kann durch eine bessere Pausenaufsicht, eine Dokumentation über die Vorfälle (vor allem zum Aufzeigen der TäterInnen) und ein besseres Klassenklima geschehen (Mettauer B. & Szaday Ch., 1999).

Literatur:
Alexander, J. (1999). Das ist gemein – Wenn Kinder mobben. (A. Dörr, Übers.) Freiburg: Herder (Original erschienen1998: Your child - bullying)
Mettauer B. & Szaday Ch. (1999). Mobbing: Hinschauen, Handeln. Online verfügbar unter: Bücher
Wöbken-Ekert, G. (1998). Vor der Pause habe ich richtig Angst. Frankfurt/Main: Campus


Links zum Thema Mobbing:

Steffen Fliegel: Mobbing in der Schule:
arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/MobbingSchule.shtml

Annemarie Renges: Mobbing in der Schule
www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Schule/s_360.html


ADRESSEN IN ÖSTERREICH

Unter den folgenden Adressen kann man sich unter anderen über Mobbing und Gewalt informieren bzw. um Hilfe ansuchen:

Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs: www.kija.at/

bei unseren Partnerinnen in den Bundesländern:
www.mona-net.at/network/austria

Wenn du das Gefühl hast gemobbt zu werden oder dich durch andere bedroht und ausgegrenzt fühlst, kannst du dich jederzeit an unser Helpdesk www.mona-net.at/helpdesk wenden, wir werden dir auf jeden Fall helfen.

Für den Inhalt verantwortlich: Mag.a Angelika Gossmann

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