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Lernen unter Druck ... :-(

Eine Studie der Ruhr-Universität Bochum hat untersucht, wie Stress das Lernverhalten beeinflusst und was für Auswirkungen das hat.

Viele SchülerInnen glauben, dass sie unter Druck besser lernen können. Hast du dich auch schon mal gefragt, ob du intensiver lernst, wenn du dir ein paar Tage vorher unter Stress den Stoff eintrichterst oder wenn du in Seelenruhe Wochen vor der Klassenarbeit mit dem Lernen beginnst? Zwei Kognitionspsychologen von der Ruhr-Universität Bochum sind der Frage auf den Grund gegangen und konnten anhand einer neuen Studie beweisen, dass Stress Einfluss auf unser Lernverhalten hat.

An ihrem Experiment nahmen 59 Testpersonen teil. Die eine Hälfte sollte ihre Hand für drei Minuten in Eiswasser tauchen. Hormonanalysen bewiesen, dass das bei den Testpersonen Stress auslöste. Die andere Hälfte hingegen durfte ihre Hand in warmes Wasser tauchen und wies demnach keine Anzeichen für ein gestresstes Gemüt auf. Während des folgenden Experiments wurde ihre Hirnaktivität mit wissenschaftlichen Geräten beobachtet.
Die zwei Gruppen bekamen dann die identische Aufgabe, "das Wetter vorherzusagen". Sie bekamen Spielkarten zu sehen, auf denen unterschiedliche Symbole aufgedruckt waren. Aufgabe für die Testpersonen war es nun zu lernen, welche Symbolkombinationen Regen oder Sonne vorhersagen. Außerdem ist dabei jede Kartenkombination mit einer anderen Wahrscheinlichkeit für gutes oder schlechtes Wetter verknüpft. Eine Aufgabe, die strategisches Denken und Gedächtnisvermögen erfordert.

Beide Gruppen meisterten die Aufgabe; allerdings wandten beide Gruppen unterschiedliche Strategien an, um "das Wetter vorherzusagen". Die nicht gestresste Gruppe wählte eine einfache Strategie, die eine Region des Gehirns beansprucht, die für das Langzeitgedächtnis zuständig ist. Sie wählte diese Strategie bewusst und konnte sie nach dem Experiment erklären.

Die gestresste Gruppe hingegen wählte den komplizierteren Weg, um die Aufgabe zu meistern. Sie nutzte zum Erfüllen der Aufgabe eine Hirnregion, die für das unbewusste Lernen zuständig ist. Die Personen, die beim Lernen unter Stress standen, wählten also nicht zielgerichtet eine Strategie, sondern verließen sich auf ihr Bauchgefühl. So konnten sie ihre Strategie zum Lösen der Aufgabe auch nicht in Worte fassen und erklären.

Offenbar machst du es dir schwerer, wenn du unter Stress lernst. Denn wer früh beginnt und gelassen ist, wählt bewusst eine zielgerechte Lernstrategie, die das Lernen um vieles einfacher macht. Was unter Druck gelernt wird, merkt man sich außerdem meistens nur kurz, statt es im Langzeitgedächtnis abzuspeichern. Fazit ist, nimm dir die Zeit, in Ruhe zu lernen, es lohnt sich!

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