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Schminktipps schon für die Kleinsten :-(

Schminkvideos auf YouTube scheint sich eine neue Nische aufgetan zu haben: Schminkvideos von Kindern - und auch für Kinder. Wer dabei an Batman und die Eiskönigin denkt, liegt falsch. Hier geht es darum, wie sich Vierjährige für den perfekten Sommerlook schminken können und wie Babys rosigere Wangen bekommen. Den Ton geben dabei Realitystars an.

So kann es etwa die vierjährige North „Nori“ West, Tochter von Reality-TV-Star Kim Kardashian und Rapper Kanye West, laut ihrer Mutter nicht abwarten, endlich einen eigenen Schönheitskanal auf YouTube zu starten.

Kategorie „Beauty“ um 80 Prozent gewachsen

Dass nicht alle Eltern von der Idee abgeneigt zu sein scheinen, ihre Kinder Videos für Social-Media-Kanäle drehen zu lassen, zeigen diverse Beispiele auf YouTube. Von 2015 bis 2016 stieg die Zahl der Videos in der Kategorie „Beauty“ auf der Plattform um 80 Prozent - und darunter finden sich auch zahlreiche Videos von Kindern. Auf dem Kanal Aimalifestyle wird sogar Werbung für „Die jüngste Make-up-Künstlerin der Welt“ gemacht. Die Künstlerin ist Aima, ein vierjähriges Mädchen. Wie eine Erwachsene trägt sie Foundation, Puder und Eyeliner auf. Das Ergebnis sieht dann schockierend professionell aus.

Und Aima ist in Gesellschaft, was die Kinderschminkkurse auf YouTube anbelangt: Die sechsjährige Bella präsentiert in einem Video ihre „Farbpalette“ und trägt anschließend Wimperntusche auf wie eine erwachsene Frau. Untermalt wird das Video mit unschuldigen Aussagen wie „Das ist ein perfektes Make-up für den Sommer - ups, es ist ja gar nicht mehr Sommer. Dann eben für ein anderes Mal.“

Eltern als treibende Kraft?

Dass Kindergarten- und Volksschulkinder wohl kaum in der Lage sind, selbstständig professionelle Videos zu filmen, zu schneiden und anschließend auf YouTube hochzuladen, ist nicht von der Hand zu weisen. Unterstützung von Erwachsenen, potenziell von den Eltern, scheint offensichtlich. Umso erschreckender wird die Angelegenheit, wenn Erwachsene anderen Eltern zeigen, wie sie ihre Babys fotogener schminken können, sodass sie rosigere Wangen oder glänzendere Lippen.

Bin ich schön?

Schockierendes Beispiel ist der Hashtag „#AmIPretty“, unter dem unzählige präpubertäre Mädchen auf der Suche nach Bestätigung sind. Über drei Millionen Einträge finden sich unter diesem Hashtag auf YouTube. Die teilweise sehr jungen Mädchen laden dabei Videos auf diversen Social-Media-Kanälen hoch, auf denen sie selbst zu sehen sind. Dabei stellen sie der virtuellen Welt die Frage: „Bin ich schön?“ - und verlangen von ihren Zusehern die Bewertung ihres Aussehens.

Dilemma vom unerreichbaren Schönheitsideal

Die Frage „Bin ich schön?“ offenbart, wie schlecht es um das Selbstwertgefühl der Mädchen steht und wie schwierig es ist, mit unerreichbaren Idealvorstellungen zu leben. Manche Antworten unter den Videos überraschen aber durchaus im Positiven.

So schreibt etwa die Userin Jessenia Pvor unter einem „#AmIPretty“-Video: „Ich sitze hier und frage mich, warum niemand auf diese Kinder aufpasst, wenn sie Videos auf YouTube posten. Mädchen, die einzige Bestätigung, die du brauchst, ist deine eigene. Du wirst die richtigen Menschen treffen, die dich für das lieben, was du bist - und nicht für körperliche Merkmale.“

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