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Frauenarbeit zum Nulltarif

Seit dem "Equal Pay Day" arbeiten Frauen in Österreich statistisch gesehen gratis - und das bis Jahresende.

Auf die Problematik der geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede machte Peripherie, das Institut für praxisorientierte Genderforschung, mit dem "Equal Pay Day 2003" aufmerksam. Demzufolge ergaben die Berechnungen den 12. Oktober als "Equal Pay Day".

Dieser Tag markiert den Zeitpunkt, ab dem Frauen statistisch gesehen gratis arbeiten, weil Männer in Österreich 22 Prozent mehr verdienen und somit für den Rest des Jahres ein Einkommen haben, während Frauen ihr Jahreseinkommen bis zu diesem Datum bereits erwirtschaftet haben.

Vergleich

Ein Vergleich von (vergleichbaren) Arbeitsplätzen wird mittels Arbeitsbewertungsverfahren durchgeführt, um ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern nachzuweisen und zu bekämpfen. Es geht dabei beispielsweise um die Berücksichtigung der Kraftbelastung (z.B.: das Heben von kranken Personen) als ein Bewertungskriterium, das bei typischen Frauenarbeitsplätzen oft nicht in die Arbeitsplatzbeschreibung eingeht und aufgrund dessen typische Frauenarbeit geringer als vergleichbare typische Männerarbeit bezahlt wird.

Maßnahmen

Der wichtigste Schritt zur Herstellung der Entgeltgleichheit, ist in allererster Linie die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben des Gleichbehandlungsgesetzes von 1979, das Entgeltdiskriminierung verbieten. In diesem Zusammenhang seien transparente Lohnschemata, diskriminierungsfreie Arbeitsplatzbeschreibungen und Arbeitsbewertungen sowie eine Überprüfung von Kollektivverträgen notwendige Voraussetzungen.

Als weitere wichtige Schritte stellten die Expertinnen die Bewusstseinsarbeit und Sensibilisierung über das Menschenrecht der Gleichbehandlung von Frauen und Männern sowie die Vermittlung von Wissen über die gesetzlichen Grundlagen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Betriebsräte, Dienstgeberinnen und Dienstgeber, Beraterinnen und Berater der Gewerkschaften fest.

Ziel

Der "Equal Pay Day" soll in Zukunft jährlich organisiert werden. Sind die Strategien zum Abbau der geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede erfolgreich, müsste sich das Datum des Tages immer weiter nach hinten verschieben – in Norwegen fällt der "Equal Pay Day" beispielsweise auf einen Tag im November. Wenn es keine geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede mehr gibt, dann fällt der Tag auf den 31. Dezember, weil Frauen und Männer gleichviel verdienen.

Quelle: www.diestandard.at

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