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Ein Tag in meinem Leben in 20 Jahren

Ein Projekt von Salzburger Schülern und Schülerinnen, Lehrern und Lehrerinnen, im Rahmen der Schwerpunktreihe "Betrifft Frau"

Der Programmschwerpunkt „Betrifft: Frau“ wurde heuer 20 Jahre alt. Grund genug, nicht nur auf einen erfolgreichen Frauenbildungs-schwerpunkt zurück zu schauen, sondern auch die Zukunftsvorstellungen junger Menschen von heute in den Blick zu nehmen.

275 SchülerInnen (180 Mädchen und 95 Burschen) aus dem Bundesland
Salzburg (13 - 21 Jahre) haben ihre Zukunftsvorstellungen in Form von Aufsätzen mit dem Thema Ein Tag in meinem Leben in 20 Jahren zu Papier gegbracht.

Die Leitfragen dazu waren:

  • Wie stellen sich junge Menschen ihre Zukunft vor?
  • Was hat die Frauenbewegung bewirkt?
  • Gibt es Veränderungen der Geschlechterrollen?
  • Wie sehr fühlen sich junge Männer und Frauen selbstbestimmt und frei?
  • Decken sich gesellschaftliche Vorstellungen mit individuellen Sehnsüchten?

Die Auswertung nahm die Sozialwissenschafterin Ulrike Gschwandtner vor und kam zu folgendem Ergebnis:

  • Schulen stellen keineswegs Chancengleichheit für alle her, sondern verstärken Klassen- und Schichtunterschiede.
  • Beruflich sehen sich viele in 20 Jahren als RechtsanwältInnen, ÄrztInnen, DesignerInnen, wenige in handwerklich-technischen Berufen, junge Frauen arbeiten zudem oft Teilzeit, um genügend Zeit für die Familie zu haben.
  • Der überwiegende Teil junger Frauen (über 70 Prozent) sieht sich in zwanzig Jahren verheiratet, hat zwei bis drei Kinder und besitzt ein großes Haus.
  • Junge Männer sehen sich häufiger in Führungspositionen als Schülerinnen.
  • Eklatant sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede in den angedachten Lebensentwürfen zwischen jungen Männern und Frauen.
  • Jüngere SchülerInnen haben ein unklareres und fantastischeres Bild von ihrer Zukunft als jene, die kurz vor der Matura stehen, sind aber teilweise sehr kreativ im Finden neuer Lösungen für alltägliche Probleme.

Obwohl viele Aussagen und Zukunftsbeschreibungen der SchülerInnen insgesamt Vertrautes, Bekanntes, Alltägliches widerspiegeln und große Visionen und Pläne, bis auf wenige Ausnahmen, fehlen, war das Projekt ein überaus spannender Prozess:
angefangen bei der Produktion der Texte und der damit verbundenen Auseinandersetzung mit "meiner Zukunft" bis hin zur Präsentation der Auswertung.
In der Diskussion erzählte eine Lehrerin, dass sich zwei Parallelklassen am Projekt beteiligt haben. Eine der beiden Klassen war auch an einem Feminismusprojekt an der Schule beteiligt (ein tolles Projekt, das inzwischen eingespart wurde!!!) und diese Schülerinnen beschreiben sich in ihren Aufsätzen eigenständiger und finden sich viel weniger in traditionellen Frauenrollen wieder.

Es bleibt also noch viel zu tun: für die totgesagte Frauenbewegung, für die emanzipatorische Frauenbildung und so gesehen ist auch die alte Parole up to date: Bis hierher und trotzdem weiter.

Und immerhin: "Nur Hausfrau" wollte keine (mehr) werden. Außerdem sind zwanzig Jahre eine lange Zeit, in der viele Veränderungen möglich sind.

Die gesamte Auswertung ist unter
Die gesamte Auswertung ist unter
www.virgil.at/downloads/leben.pdf

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